Wie unterstützt elea Unternehmer während der globalen COVID-19 Krise?

Portfolio

elea investiert in soziale Unternehmen und unternehmerische Projekte, welche absolute Armut bekämpfen. Unsere Sicht auf die aktuelle Situation ist stark davon geprägt, wie sich die globale COVID-19 Krise auf Entwicklungsländer und in Armut lebende Menschen auswirkt. Wir haben unsere Arbeitsweise bereits auf die neue Situation angepasst und gleichzeitig die finanzielle und strategische Unterstützung für unsere Partnerorganisationen verstärkt.

Hohe Bevölkerungsdichte in Südafrika

Hohe Bevölkerungsdichte in Südafrika

Social Distancing und Selbstisolation ist kaum möglich

Welche Auswirkungen hat die COVID-19 Krise auf Entwicklungsländer?

Institutionelle Schwächen in der Krisenbekämpfung

Die Umsetzung von Massnahmen zur Eindämmung der globalen COVID-19 Epidemie stellt Gesellschaften weltweit vor ungekannte Herausforderungen. Fast überall verfügen Regierungen Massnahmen, die zumindest in Friedenszeiten ohne Beispiel sind, um die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus abzubremsen. Je grösser deren institutionelle Defizite ausfallen, desto weniger können auch drastische Vorkehrungen in den betroffenen Ländern eine Eindämmung des Virus bewirken, während sie zugleich weitreichende Nebenfolgen nach sich ziehen. Die Partnerorganisationen von elea berichten uns aus Entwicklungsländern rund um die Welt, wie insbesondere die ärmsten Gesellschaftsschichten vor Ort mit den humanitären und wirtschaftlichen Folgen der Massnahmen gegen die Pandemie ringen.

Rapide Zuspitzung der humanitären Lage

Die gegenwärtige Entwicklung dürfte sich in Regionen der Welt, in denen bedeutende Teile der Bevölkerung in absoluter Armut leben, fatal auswirken. Menschen, welche in ständiger Unsicherheit leben, verlieren jetzt ihre Existenzgrundlage vollständig. Ihnen fehlt jegliche Absicherung aus Ersparnissen oder einem stabilen Einkommen. Millionen von Menschen, die dicht an dicht in informellen Siedlungen leben, können sich kaum isolieren, womit Aufrufe zu Social Distancing wenig Wirkung zeigen. Weit verbreiteter Mangel an fliessendem Wasser macht es praktisch unmöglich, Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen umzusetzen. Diese widrigen Umstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Virus anzustecken, um ein Vielfaches. Tagelöhner verlieren durch Ausgangssperren von einem Tag auf den Anderen ihr Einkommen und damit die Fähigkeit, ihre Familien zu ernähren. Insbesondere in Indien zeichnet sich eine schwerwiegende humanitäre Krise ab, wo Millionen von Wanderarbeitern zu Fuss und mittellos zurück in ihre Heimatdörfer wandern.

Fehlender Handlungsspielraum angesichts der wirtschaftlichen Folgen.

Der unerwartete Schock und der schnelle Einbruch der Weltwirtschaft unterminieren die wirtschaftliche Grundlage vieler Entwicklungsländer unmittelbar. Die Schliessung von Fabriken, die Einstellung von Exportlieferungen sowie die Ausgangssperren für ihre Belegschaft führen zur faktischen Zahlungsunfähigkeit der meisten Unternehmen und drohen den Bankensektor zusammenbrechen zu lassen. Steuereinnahmen versiegen ebenso wie der Zugang zu internationalen Finanzmärkten. Laut Angaben des Institute of International Finance haben Entwicklungsländer seit dem Beginn der Krise den höchsten Kapitalabfluss aller Zeiten verbucht. Erschwerend kommt hinzu, dass Regierungen in vom informellen Sektor dominierten Volkswirtschaften nur über eine sehr begrenzte Handlungsfähigkeit verfügen, um den wirtschaftlichen Schock abzufedern.

Globale Krise ruft nach koordinierter Antwort der Weltgemeinschaft

Die rasante Verbreitung des Virus führt uns das Ausmass der globalen Vernetzung vor Augen. Gerade deshalb sind wir davon überzeugt, dass hoch entwickelte Länder eine globale Perspektive einnehmen und ethische Antworten auf die sich entfaltende Krise suchen sollten. Im Laufe der Geschichte haben Epidemien die Verbreitung von Desinformation beschleunigt und Verschwörungstheorien ausgelöst. In dieser Hinsicht stellt die aktuelle Krise leider keine Ausnahme dar. Gerade jetzt ist es unerlässlich, wissenschaftlichen Empfehlungen zu folgen und irrationalen Ängsten und dogmatischen Ansätzen zu widerstehen. Arme Länder werden von den gesundheitlichen, aber auch den wirtschaftlichen und den menschlichen Folgen des Virus besonders hart getroffen. Diese Herausforderungen haben globale Auswirkungen und verdienen unsere Aufmerksamkeit auch aus einer humanitären Perspektive. Wir sind fest davon überzeugt, dass der globale Norden in Lösungsansätze aus dem Globalen Süden investieren und dabei ihr Wissen und ihre Ressourcen zur Verfügung stellen sollten. Philanthropische Institutionen und Impact Investoren können und müssen dabei eine wichtige Rolle spielen.

Gesundheitswesen gerät unter Druck

Gesundheitswesen gerät unter Druck

Lange Arbeitszeiten und gleichzeitig Menschenleben retten

Wie unterstützt elea Partnerorganisationen im Umgang mit der Krise?

Wir stehen im regen Austausch mit unseren Partner-Unternehmern. Gemeinsam analysieren wir die Auswirkungen der Krise auf ihre Organisationen und mögliche Strategien, mit denen sie sich auf diese einmalige Situation anpassen können. Auch wenn das volle Ausmass der Krise noch nicht in allen Ländern absehbar ist und nicht alle Sektoren gleichermassen betroffen sind, ermutigen wir trotzdem alle, schnellstmöglich präventive Massnahmen zu ergreifen. Über unser globales und sektorübergreifendes Netzwerk tragen wir zum Erfahrungsaustausch bei, um elea Unternehmern bei der Erarbeitung von Szenarien und der Risikominimierung zu helfen. Auf Grund der dramatischen Folgen der Lockdowns beraten wir unsere Unternehmer auch verstärkt bei schwierigen Fragen von Führung und Verantwortung.

Besonders in diesen herausfordernden Zeiten sind unsere elea Unternehmer unentbehrlich im Kampf gegen die absolute Armut: zur Ausbildung einkommensschwacher Jugendlicher für die Arbeit in indischen Krankenhäusern; zur Sicherung von Arbeitsplätzen für unter der Armutsgrenze lebende Frauen in Südafrika; oder zur Aufklärung von Kleinbauern über Risiken und Präventionsmassnahmen. Mit Demut beobachten wir, wie widerstandsfähig und engagiert unsere elea Unternehmer ihre Visionen verfolgen. Durch diese Entwicklungen fühlen wir uns in unserer Absicht bestärkt, mit unternehmerischen Mitteln gegen die absolute Armut zu kämpfen. Wir ermutigen all unsere Partnerunternehmen, ihr soziales Engagement und ihre innovativen Geschäftsmodelle während dieser globalen COVID-19 Krise noch gezielter einzusetzen.

Diese Krise trifft die ärmsten Menschen der Welt unverhältnismässig stark und bestätigt erneut die Wichtigkeit zuverlässiger Einkommensquellen für Menschen unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Philanthropische und andere Impact Investoren sind mehr denn je gefordert, soziale Unternehmen nachhaltig zu unterstützen. Auch wir haben unsere Bemühungen während diesen turbulenten Zeiten intensiviert. Gemeinsam mit weiteren Geldgebern stellen wir sicher, dass Organisationen mit grossem Social Impact und nachhaltigen Geschäftsmodellen diese schweren Zeiten nicht nur überstehen, sondern auch gestärkt daraus hervor gehen. Mit Hilfe eines ausserordentlichen elea Notfall-Fonds stellen wir unseren Portfolio-Unternehmen zusätzliche Liquidität zur Verfügung und sichern damit ihre Existenz.

Umzug vom Büro ins Homeoffice

Umzug vom Büro ins Homeoffice

Digital Divide Data arbeitet nahtlos weiter in Laos, Kambodscha und Kenia

Wie setzt elea ihre Arbeit ohne Unterbruch fort?

Zur Einhaltung behördlicher Massnahmen und zum Schutz unseres Teams haben wir unseren Betrieb vollständig auf Home-Office umgestellt. Unser eingespieltes Team und unsere robuste IT-Infrastruktur waren schon zuvor auf die Arbeit aus der Ferne ausgelegt. Damit können wir die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und die Analyse neuer Investitionen unverändert fortsetzen.

Wir haben uns an die Gegebenheiten angepasst: wir arbeiten im Team über digitale Kanäle zusammen und nutzen geplante wie auch spontane Gespräche für einen regelmässigen Austausch. Besprechungen vor Ort haben wir durch online Check-In Calls ersetzt und tauschen Prioritäten und Neuigkeiten aus. Dadurch bleiben wir eng verbunden und können uns, wie zuvor im Büro, gegenseitig unterstützen.

Die Mitglieder des elea-Teams haben sich gut an die besonderen Umstände gewöhnt und achten auf vielseitige Weise auf ihr geistiges und körperliches Wohlbefinden, mit Musik, ausgiebigen Telefongesprächen mit Freunden und Verwandten, oder an der frischen Luft. Selbstverständlich sind wir alle darauf bedacht, die empfohlenen Vorsichtsmassnahmen einzuhalten. Einige von uns engagieren sich auch ehrenamtlich, um ihr Umfeld zu unterstützen.

Gerne können Sie sich mit uns in Kontakt setzten, um mehr über den Einsatz von elea im Kampf gegen absolute Armut zu erfahren. Wir freuen uns auch, von Ihren Erkenntnissen und Erfahrungen zu hören.

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