Machen mich ein paar SMS zu einer besseren Bäuerin?

Portfolio

iCow versendet 160 Zeichen lange Textnachrichten an Mobiltelefone, um kenianischen Kleinbauern Wissen zu vermitteln. Die Bauern erhalten Ratschläge und aktuelle Informationen zu verschiedenen Themen – von Viehzucht bis Ackerbau. Für wenige kenianische Schilling pro SMS können die Bauern ihre Erträge aus der Milch- oder der Getreideproduktion massiv steigern. Sie profitieren so von neuen Perspektiven für ihre tägliche Arbeit.


Als aktiver Investor unterstützt elea iCow in der entscheidenden Phase der Entwicklung vom Startup zu einer umfassenden und wirtschaftlich erfolgreichen Lernplattform für Kleinbauern in Afrika.

Virginias wertvolle Notizen

Virginia sitzt vor ihrem Stall und studiert aufmerksam eine SMS. Die Nachricht ist von iCow, dem SMS-Bildungsangebot für Kleinbauern in Ostafrika. Sie enthält einen wichtigen Hinweis zur optimalen Fütterung einer ihrer trächtigen Kühe. Die SMS soll Virginia helfen, ihren Hof mit einem gesunden Kalb und einer leistungsfähigen Milchkuh zu verstärken. Da sich nur wenige Nachrichten auf ihrem einfachen Mobiltelefon speichern lassen, notiert Virginia den wertvollen Inhalt jeder Nachricht in einem Notizbuch, um auch später wieder darauf zugreifen zu können. Eine ganze Sammlung solcher Notizbücher mit iCow-Inhalten bewahrt sie in einem kleinen Regal auf. Früher, sagt Virginia, habe sie vor allem intuitiv gehandelt – oft ohne Erfolg. Eine Ausbildung für ihre Tätigkeit hat die Bäuerin nicht. Staatliche und private Bildungseinrichtungen sind entweder weit entfernt, oder das Angebot ist für Kleinbauern wie Virginia kaum erschwinglich. Ausserdem hätte sie, um Kurse zu besuchen, ihre Familie, ihre Tiere und ihr Land für mehrere Tage zurücklassen müssen. So haben Virginia und ihre Nachbarn in der Vergangenheit kaum etwas von erfolgsversprechenden landwirtschaftlichen Praktiken mitbekommen.

Eine lohnende Investition von wenigen Schilling

Durch iCow hat sich dies auf Virginias Hof verändert, ebenso wie auf den Höfen ihrer Nachbarn. Seitdem Virginia ihre beiden Kühe auf der iCow-Lernplattform registriert hat, empfängt sie für wenige Schilling regelmässig Tipps und Tricks zum richtigen Umgang mit ihren Tieren. Virginia ist zufrieden mit ihrem Abonnement. Dank der konsequenten Anwendung von neu Erlerntem rund um Ernährung und Hygiene konnte sie die Milchleistung ihrer beiden Kühe mehr als verdoppeln. Virginia freut sich über den Nachwuchs, der ihre kleine Herde von Milchkühen langsam wachsen lässt. Sie verkauft heute ein Vielfaches an Milch als noch vor einigen Monaten. Mit dem zusätzlich verdienten Geld kaufte Virginia Schweine. Nun spart sie gerade für den Kauf von weiteren Tieren. Virginia ist motiviert und lernt weiter, SMS für SMS. Durch die vielen kleinen Investitionen in iCow-Nachrichten kann sie ihre wirtschaftliche Existenz kontinuierlich verbessern.

Facts zu Kenia
46'050'302
Einwohner hat Kenia
75%
der Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft
95%
der in Kenia produzierten Milch stammt von Kleinbauern
15
Liter Milch muss ein Bauer in etwa täglich verkaufen, um die Armutsgrenze zu durchbrechen
>90%
der Kenianer besitzen ein Mobiltelefon

Geringe Erträge und begrenzte Ressourcen

Kleinbauern wie Virginia machen den Grossteil der kenianischen Bevölkerung aus. Ein typischer Bauer, der sich durch den Verkauf von Milch etwas dazu verdient, besitzt ein bis drei Stück Vieh. Die meisten Bauern haben einen kleinen bis sehr kleinen Hof. 71 Prozent verfügen über weniger als drei Hektar, 37 Prozent sogar über weniger als einen Hektar Land. Viele der Bauern produzieren gerade genug, um mehr schlecht als recht über die Runden zu kommen. Aufgrund von mangelhafter Infrastruktur sind technische Geräte, welche die Produktivität ihrer Aktivitäten steigern könnten, kaum zu erwerben. Es fehlt auch an attraktiven Finanzierungsangeboten für grössere Investitionen. Umso wichtiger ist für die Bauern deshalb der effiziente Einsatz der wenigen verfügbaren Ressourcen.

Ausbildung in 160 Zeichen

iCow ist ein innovatives Ausbildungsangebot, das Kleinbauern mit Lerninhalten per SMS versorgt. Das Wissen über effizienzsteigernde Massnahmen wird dadurch einfach zugänglich. Und das fast überall, denn praktisch jeder Kleinbauer Kenias besitzt ein eigenes Mobiltelefon. Eines der bekanntesten Produkte von iCow ist «Mashauri», was soviel wie «Ratgeber» bedeutet. Das Produkt richtet sich an die mehr als sieben Millionen Kleinbauern Kenias. Ein Milchbauer lernt über die iCow-Plattform beispielsweise, welche Menge des Futters zu einem optimalen Wachstum seiner Kuh führt. Er erfährt auch via SMS, wann und wie er das Futter mit dem Alter des Tiers anpassen muss. Weiter lernt der Bauer, welche Hygienemassnahmen und Impfungen Schutz vor Krankheiten bieten und wie er die Tierärzte in seiner Nähe erreichen kann. Ein weiteres Produkt, der «Kalenda», begleitet den Bauern mit wertvollen Tipps zur Fortpflanzung seiner Kühe. iCow bietet ebenfalls Kurse an, die auf die optimale Haltung von anderen Tieren abzielt, insbesondere Ziegen, Hühner und Schweine. Auch der effiziente Anbau von verschiedenen Getreidesorten ist ein Inhalt des Bildungsangebots für kenianische Bauern.

Was ist die Idee hinter iCow?

Wir positionieren iCow als erstes Mobiltelefon-basiertes, landwirtschaftliches Ausbildungsangebot für Kleinbauern. Ich bin davon überzeugt, dass Wissensvermittlung an Bauern den Schlüssel zur Sicherstellung der Lebensmittelversorgung auf dem afrikanischen Kontinent darstellt.
Su Kahumbu
Social Entrepreneur

Was hat sich dank iCow verändert?

Bevor ich angefangen habe, Nachrichten von iCow zu lesen, habe ich sehr wenig Milch gemolken – etwa 1 Liter pro Kuh. Jetzt erziele ich mehr als 3 Liter pro Melkvorgang. Das macht also an einem Tag 6 Liter pro Kuh.
Virginia
iCow Kundin

Eine charismatische Unternehmerin

Hinter iCow steht die dynamische Kenianerin Su Kahumbu. Ihr Ziel ist es, eines Tages Millionen von Bauern durch den Einsatz von Kommunikationstechnologie auszubilden. Dazu gründete sie 2010 das Unternehmen Green Dreams TECH. Seit 20 Jahren ist Su leidenschaftlich im Bereich der biologischen Landwirtschaft aktiv und hat einen enormen Wissensschatz aufgebaut. Mit ihrem Charisma und ihrer Begeisterungsfähigkeit begann Su vor vielen Jahren, ihr Wissen in Trainings an Kleinbauern aus der Region weiterzugeben. Sie realisierte rasch, welche Produktionsfortschritte bei den Teilnehmern möglich waren, wenn sie nur Zugang zu besseren Erkenntnissen aus Praxis und Wissenschaft erhielten. Su erkannte, dass sich ihr Traum am schnellsten durch den Einsatz von SMS als Basistechnologie erfüllen liesse. In Kenia ist das Mobiltelefon für viele zum zentralen Hilfsmittel geworden und selbst Kleinbauern transferieren damit Geld. Die Vision einer Bildungsplattform, die für alle Kleinbauern Afrikas zugänglich ist, war geboren.

elea und iCow: Vom Potenzial zum Impact

elea war der erste externe Investor von iCow. Das Startup mit aussergewöhnlichem Potenzial stand am Anfang vor mindestens ebenso imposanten Herausforderungen. Die Zielsetzung der Partnerschaft zwischen iCow und elea war es, ein wirtschaftlich selbsttragendes Unternehmen mit ausserordentlichem Impact aufzubauen. Zu Beginn der Zusammenarbeit gab es eine visionäre Unternehmerin mit Expertenwissen, die mit einem kleinen, hoch motivierten Team losgelegt hatte. iCow hatte eine Auszeichnung für die beste App-Idee in Afrika erhalten. Die ersten SMS von iCow waren versandt, doch es war deutlich, dass ein organisatorischer und technischer Quantensprung nötig sein würde, um einen grossen Kundenstamm aufzubauen und langfristig rentabel zu arbeiten. Niemand konnte sagen, ob Kleinbauern in ländlicher Subsistenzwirtschaft zu Tausenden eine SMS-Ausbildungsplattform abonnieren würden. Diese Zielgruppe wird sonst fast nirgendwo auf der Welt mit moderner Kommunikationstechnologie direkt erreicht. Als aktiver Investor mit Sitz im Verwaltungsrat begleitete elea iCow dabei, Strategie, Business Modell und Organisation Schritt für Schritt zu entwickeln. Kenias grösster Mobilfunkanbieter Safaricom konnte als strategischer Partner für iCow gewonnen werden. Dank der Expertise und dem ausserordentlichen Commitment verschiedener Teams von Accenture Schweiz, einem philanthropischen Investor von elea, ist es gelungen, die grösste Herausforderung zu lösen: Eine hoch effiziente Informatikplattform der neusten Generation erlaubt es iCow heute, bereits mehrere zehntausend Kunden mit dem Bildungsangebot per SMS zu erreichen. Die Basis für exponentielles Wachstum ist gelegt.

Warum ist der tägliche Austausch mit den Kunden wichtig?

Der tägliche Austausch zwischen iCow und den Kunden ist wichtig, weil er uns hilft, Vertrauen aufzubauen. Auch im Hinblick auf den Inhalt, den wir produzieren, ist er wichtig: Mit dem Feedback, das wir von den Bauern erhalten können, wir den Inhalt erarbeiten, der diesen wirklich hilft.
Eve Likwop & Beth Mwangi
Customer Care

Ausblick

iCow will Grosses erreichen: In den nächsten Jahren soll die Plattform zum zentralen Partner abertausender Kleinbauern Ostafrikas werden. Das Wissen soll es den kleinen Vieh- und Getreidebauern erlauben, ihre Lebensbedingungen nachhaltig durch höhere Einkommen zu verbessern. Voraussetzung dafür ist, dass jede von iCow versandte Nachricht einen spürbaren Mehrwert für den iCow-Nutzer darstellt. Deshalb arbeiten Su und ihr Team stetig am Ausbau und der Weiterentwicklung des Bildungsangebots. Um neue Kunden zu gewinnen und aktive Kleinbauern einzubinden, setzt iCow unter anderem auf eine starke lokale Verankerung. Zu diesem Zweck wurde ein iCow Award ins Leben gerufen, mit dem besonders erfolgreiche Bauern ausgezeichnet werden. Im iCow Ambassador-Programm werden überzeugte Kunden gekürt, die in abgelegenen Regionen als Markenbotschafter fungieren. Zusätzlich arbeitet iCow mit Safaricom an einer grossen Marketinginitiative, welche die Bekanntheit des Angebots in ganz Kenia steigern soll. Auch international will iCow wachsen und hat mit Tansania und Äthiopien eine erste Expansionswelle über die Landesgrenzen hinaus angestossen.

iCow
iCow

2013–2017
Kenia
icow.co.ke

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Wirtschaftliche Nachhaltigkeit
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